
Auf der Produktionslinie entscheiden Sekunden und Grad darüber, ob Glas weiterverarbeitet werden kann oder als Schrott entsorgt werden muss. Ein Temperierofen, dessen Temperatur nicht auf dem gewünschten Niveau liegt, eine Biegeanlage, deren Ergebnisse vom gewünschten Profil abweichen, oder eine Laminierpresse, bei der die Ränder zu heiß und die Mitte zu kalt werden – das sind keine kleinen Probleme. Solche Fehler führen dazu, dass das Glas beschädigt wird, die Produktion gestoppt werden muss und zusätzliche Bearbeitungen erforderlich sind, die man sich nicht leisten kann. Wir haben daher einen Laser-Temperatursensor entwickelt, mit dem man diese Probleme schon früh erkennen kann.
Was wirklich wichtig ist Wir verwenden Infrarotemitter, die auf die Emissivität von Glas abgestimmt sind. Dadurch erhält man präzise Messwerte der Oberflächentemperatur – auch durch Beschichtungen hindurch. Die Reaktionszeit beträgt weniger als eine Sekunde, sodass man Temperaturschwankungen während des Prozesses erkennen kann – und nicht erst, nachdem die gesamte Charge bearbeitet wurde. Der Sensor gibt Signale im Bereich von 4–20 mA sowie über RS485 aus – somit kann er direkt mit PLC-Systemen und Ofensteuerungen verbunden werden. Das Gehäuse ist IP65-zertifiziert, sodass es Staub, Nebel und Reinigungsprozessen standhält. Der Sensor kann mit 24 VDC oder 230 VAC betrieben werden. Die Optik ist so eingestellt, dass ein Verhältnis von 100:1 zwischen Entfernung und Messpunkt erreicht wird. Dadurch kann man die Temperatur ohne Berührung messen.
Warum dieses Werkzeug auf der Produktionslinie unverzichtbar ist Beim heißen Biegen ist eine gleichmäßige Wärmeverteilung entlang der Formlinie notwendig, um optische Verzerrungen und Rückfedereffekte zu vermeiden. Beim Tempern hängt die Qualität von einer einheitlichen Vorkühlung ab; wenn die Vorkühlung ungleichmäßig ist, entstehen schnell thermische Spannungen, was wiederum zu Brüchen führt. Bei der Laminierung und Trocknung von EVA/SGP/PVB-Beschichtungen ist das Zeitfenster für die Aushärtung sehr eng – zu niedrige Temperaturen führen zu schlechter Haftung, zu hohe Temperaturen hingegen zu Blasen, Trübungen oder fehlerhaften Kanten. Mit diesem Sensor kann man diese Bereiche in Echtzeit überwachen, wodurch man die Leistung der Heizelemente anpassen und das Profil innerhalb der Toleranzgrenzen halten kann. Die Folge sind weniger Ausschussprodukte, stabile Produktionsprozesse sowie eine vorhersehbare Energieverbrauchskurve.
Ein paar Hinweise für die Produktionsstelle Die Installation ist einfach, doch die richtige Ausrichtung des Sensors ist entscheidend. Montieren Sie den Sensor an einem festen Halter, stellen Sie die Brennweite einmal ein und überprüfen Sie sie anschließend mit einem Blackbody oder einer zertifizierten Referenzoberfläche. Halten Sie die Fenster sauber und wählen Sie die richtige Emissivitäts-Einstellung für beschichtetes Glas – sonst werden die Messwerte ungenau. In Bereichen mit starker Konvektion sollten die Optiken vor direktem Luftstrom geschützt werden, damit falsche Messwerte vermieden werden. Es handelt sich dabei um eine Sichtlinienmessung – wenn der Weg blockiert ist, stoppt die Messung. Planen Sie also die Sichtlinie bereits bei der Anordnung der Maschinen.